
Ein nächtlicher Gast
Johannes 3, 1-21
Zur Zeit des Passah-Festes tat Jesus viele Wunder und viele Menschen glaubten an ihn. Die, die ihn als ihren Messias und Retter akzeptierten, waren größtenteils arme Menschen, während die Reichen meistens zweifelten oder ihm gegenüber skeptisch waren. Aber es gab einen Mann in Jerusalem, der den Herrn dringend brauchte und ihn persönlich sehen wollte. Er traute sich nicht, am Tage zu Jesus zu gehen, weil er ein sehr angesehener Mann war, ein Mitglied der Sanhedrin (der Hohe Rat) und ein pharisäischer Gelehrter. Sein Name war Nikodemus. Er wollte nicht in Schwierigkeiten geraten, deswegen kam er nachts, betrat das Haus, in dem Jesus war, und sagte: „Meister, wir wissen, dass du ein Lehrer bist, der von Gott kommt. Es gibt nämlich keinen, der solche Wunder tun kann, ohne dass Gott mit ihm ist.“
Nikodemus dachte, dass Jesus ein großer Lehrer war, aber er wusste nicht, dass Jesus Gottes Sohn ist. Und plötzlich erzählte Jesus ihm, dass keiner in das Reich Gottes hineinkommen kann, ohne wiedergeboren worden zu sein. Das war für ihn unbegreiflich. Deswegen fragte er Jesus: „Wie kann jemand noch einmal geboren werden? Kann ein Erwachsener wieder zu einem Baby werden?“
Jesus erzählte ihm dann, dass wiedergeboren zu sein, bedeutet, vom Geist geboren zu werden. Aber Nikodemus konnte damit nichts anfangen; es war einfach zu schwierig für ihn. Deswegen erklärte der Herr ihm, was er meinte: „Jeder ist ein Sünder und kann nicht von sich aus gerecht werden. Nur der Heilige Geist kann jemanden verändern und ihn zu einem besseren Menschen machen.“ Wie das funktioniert, bleibt ein Rätsel. Um es verständlicher zu machen, sagte Jesus zu Nikodemus: „Der Wind weht, wo er will. Du hörst ihn zwar, aber du kannst nicht sagen, woher er kommt oder wohin er geht. So kannst du auch nicht erklären, wie die Menschen vom Geist geboren werden.“ Aber Nikodemus konnte noch immer nicht verstehen, was Jesus meinte, also rief er: „Wie kann das sein?“
Jesus erklärte ihm, dass der einzige Weg, gerecht zu werden, im Glauben an den Sohn Gottes besteht. Er sagte ihm auch, dass Gott seinen Sohn senden würde, um für die Sünden der Menschen zu sterben.
„Denn Gott sandte seinen Sohn nicht in die Welt, um sie zu verurteilen, sondern um sie durch seinen Sohn zu retten.“ Nach einiger Zeit glaubte Nikodemus an Jesus und wurde vom Geist geboren. Er schämte sich nicht für seinen Glauben an den Sohn Gottes und hat es nicht mehr vor den Menschen versteckt. Und wenn einige Menschen sich gegen Jesus stellten, dann verteidigte er ihn.
Fragen zum Gespräch
3 FragenWarum wollte Nikodemus Jesus persönlich begegnen?
Wie kommt man in das Reich Gottes?
Warum sandte Gott seinen Sohn in die Welt?