Jona flieht

Jona flieht

Jona 1-4

In der damaligen Zeit wählte Gott besondere Menschen – Propheten – und sandte sie zu den Königen und sogar zu Völkern, um ihnen seine Worte zu verkünden. Sie sollten das tun, was Gott ihnen sagte. Ein Mann namens Jona war einer dieser Propheten. Eines Tages gab Gott ihm einen ungewöhnlichen Befehl. „Jona“, sagte Gott, „geh nach Ninive und predige dort!“ Zuerst dachte Jona, er hätte bestimmt falsch gehört. Ninive? Das war die größte Stadt in dem großen und mächtigen Nachbarland Assyrien. Dort zu predigen wäre unmöglich! Die Menschen dort würden ihn auslachen. Sie würden ihn vielleicht schlagen oder sogar umbringen. „Auf keinen Fall werde ich jemals nach Ninive gehen!“, entschied Jona. Um den Auftrag nicht auszuführen, entschied er sich dazu, vor Gott zu fliehen und sich in einem fremden Land zu verstecken. Er kaufte einen Fahrschein und ging an Bord eines Schiffs und segelte fort. Am Anfang verlief alles gut und es gab kein Anzeichen von Ärger. Doch als sie immer weiter aufs offene Meer fuhren, kam ein starker Sturm. Das Meer wurde sehr wild. Die Seeleute bekamen Panik und als das Schiff drohte unterzugehen, schrien sie laut zu ihren Göttern: „Helft uns! Rettet uns! Hört uns, oh Götter!“

Doch der Sturm tobte weiter. Meinst du, dass Jona auch betete? Er wusste, wer der lebendige Gott ist. Doch er betete nicht, denn er wollte nicht, dass Gott ihn bemerkte. Jona ging runter in den Laderaum, legte sich hin und schlief ein. Dann kam der Kapitän des Schiffes zu ihm und weckte ihn. „Steh auf und bete zu deinem Gott, wenn du an einen glaubst! Siehst du nicht, dass wir untergehen?!“ Jona hatte den Verdacht, dass der Sturm etwas mit seiner Flucht vor Gott zu tun hatte. Doch er wollte noch immer nicht mit Gott reden. Die Seeleute standen auf dem Deck. „Lasst uns das Los werfen!“, rief einer durch den tobenden Sturm. „So werden wir feststellen, wer für dieses Unglück verantwortlich ist, mit dem Gott uns bestraft.“ Das Los fiel auf Jona.

„Wer bist du? Was hast du getan? Gott bestraft dich und deine Bestrafung

trifft auch uns!“ „Ich bete den lebendigen Gott an, der die Meere, den Himmel und das Land geschaffen hat“, antwortete Jona. „Ich laufe von ihm weg. Er schickt mich nach Ninive, doch ich will nicht dahin.“ Die Seeleute waren still, weil sie nicht wussten, was sie mit diesem Mann tun sollten. „Nehmt mich und werft mich ins Meer!“, sagte Jona. „Dann wird sich das Meer beruhigen. Denn ich weiß, dass dieser schreckliche Sturm meinetwegen über euch gekommen ist.“

„Nein, das können wir nicht tun“, entschieden die Seeleute. Doch als sie merkten, dass all ihre Anstrengungen umsonst waren, beteten sie um Vergebung zu Gott, den sie nicht kannten, und warfen Jona über Bord.Der Sturm hörte sofort auf. Die Seeleute konnten es anfangs nicht glauben, doch dann knieten sie auf dem Deck nieder und fingen an, zum wahren Gott zu beten. Und was war mit Jona? Ist er ertrunken?

Nein, ist er nicht! Gott wollte nie, dass sein Prophet stirbt. Er wollte, dass Jona den Menschen in Ninive predigt. Deswegen sorgte Gott für einen großen Fisch, der Jona verschlang. Der Prophet war in dem Bauch des Fisches, drei Tage und drei Nächte lang. Er betete die ganze Zeit zu Gott. Und Gott befahl dem Fisch, Jona auf trockenem Land auszuspucken. „Wie mächtig ist der Herr!“, dachte Jona, als er am Strand war. „Er beherrscht den Sturm und die Tiere im Wasser und sie gehorchen ihm.“ Sofort machte er sich auf den Weg nach Ninive.

Fragen zum Gespräch

3 Fragen
  1. Warum wollte Jona nicht nach Ninive gehen? Wohin und wie ist er weggelaufen?

  2. Warum kam der Sturm?

  3. Warum hat sich der Sturm beruhigt? Wie kam Jona wieder auf trockenes Land?

41. Jona flieht00:00 / 05:21