Paulus und Silas

Paulus und Silas

Apostelgeschichte 16, 19-40

Obwohl Saulus die Gemeinde gehasst und die Christen verfolgt hatte, bevor er Jesus traf, arbeitete er nun hart, um die Gute Nachricht von Jesus zu verbreiten. Man hörte sogar auf, ihn Saulus zu nennen und gab ihm den Namen Paulus. Dieser neue Name zeigte die große Veränderung bei ihm. Von einigen Brüdern im Glauben begleitet, reiste er viel und weit, sogar bis nach Europa. Wo auch immer Paulus hinkam, suchte er zuerst die Juden auf, die sich samstags häufig draußen trafen, weil sie keine Synagogen hatten. Nach einem dieser Gottesdienste kam eine reich gekleidete Frau zu Paulus. Ihr Name war Lydia. Sie wollte mehr über Jesus wissen. Das Gespräch dauerte lange. Schließlich sagte Lydia:

„Bete mit mir, dass Gott mich als sein Kind annimmt. Ich würde außerdem auch gerne getauft werden!“ Nach der Taufe lud Lydia Paulus und seine mitreisenden Brüder in ihr Haus ein. Aber Paulus und einer seiner Freunde, Silas, blieben nicht lange in ihrem Haus. Schon einige Tage später brachten die Beamten der Stadt beide ins Gefängnis. Einige Leute aus dem Ort hatten sie beschuldigt, dass sie für die Griechen und die Römer predigen würden.

Paulus und Silas wurden in die Zelle gebracht und ihre Hände sowie Füße wurden in Ketten gelegt. Sie konnten weder aufstehen noch sich bewegen.

Aber beide wussten, dass Gott sogar im Gefängnis bei ihnen war. Er stärkte und ermutigte sie. Paulus und Silas sangen voller Freude Lieder und beteten Gott an. Erst ganz leise, dann immer lauter, sodass die anderen Gefangenen in den anderen Zellen neben ihnen sie hören konnten. Die anderen konnten nicht glauben, was sie hörten: wie konnten diese Männer im Gefängnis so froh und glücklich Lieder singen? Doch auf einmal hörten sie außer den Liedern noch ein anderes Geräusch – ein tiefes, unheimliches Geräusch. Eine Sekunde später begann der Boden zu zittern. Ein Erdbeben! Das Gebäude wackelte, aber es brach nicht zusammen.

Silas und Paulus bemerkten, dass durch die Erschütterung der Grundmauern des Gefängnisses die Steine am Boden bewegt wurden und dadurch zum einen die Ketten der Gefangenen gelöst und zum anderen die Türen der Zellen geöffnet wurden. Der Gefängnisvorsteher wachte ebenfalls vom Erdbeben auf. Er stand schnell auf und entdeckte, dass die Türen nicht mehr verschlossen

waren. „Alle Gefangenen sind geflohen!“, dachte er. „Dafür werde ich hart bestraft werden. Es wird besser sein, wenn ich mein Leben selbst beende.“ Als Paulus sah, dass der Gefängnisvorsteher sein Schwert zog und sich selbst das Leben nehmen wollte, rief er: „Tu das nicht! Wir sind alle hier!“

Der Gefängnisvorsteher überprüfte, ob keiner geflohen war, und zitternd vor Furcht dankte er Paulus und Silas. Wenn der Gott dieser Männer ein Erdbeben schicken konnte, um sie zu befreien, musste er der wahre Gott sein.

„Meine Herren, was muss ich tun, damit ich gerettet werde?“

„Glaube an den Herrn Jesus und du wirst gerettet werden!“, antwortete Paulus. Daraufhin lud der Gefängnisvorsteher Paulus

und Silas in sein Haus ein. Sie sagten gerne zu und kamen in sein Haus. Dort erzählten sie ihm von Jesus, der gerecht war und sein Leben so gelebt hatte, dass jeder überzeugt war, dass er wirklich der Sohn Gottes war. Sie sprachen über die römischen Soldaten und wie sie ihn gekreuzigt hatten, obwohl er unschuldig gewesen war. Paulus und Silas waren nicht überrascht von den Schwierigkeiten, die ihnen begegneten. Warum sollten sie besser behandelt werden als ihr Herr und Meister? Sie erklärten auch der ganzen Familie des Gefängnisvorstehers, dass Jesus gestorben war, um für die Sünde der ganzen Welt zu bezahlen, und dass er dabei auch für die Sünden jedes einzelnen aus der Familie bezahlt hatte. Er nahm unsere Sünden mit auf das Kreuz, damit alle Menschen wieder in eine Beziehung mit Gott treten konnten. Paulus und Silas vergaßen nicht, von der Auferstehung und dem Heiligen Geist zu erzählen, der für immer in denen lebt, die an Jesus Christus glauben.

„Ich möchte auch zu Jesus gehören!“, sagte der Gefängnisvorsteher. „Ich möchte ihn bitten, dass er mich annimmt, denn ich möchte sein Kind sein.“

„Wenn Gott auch Frauen annimmt, so möchte ich ihm auch dienen“, mischte sich jetzt auch seine Ehefrau in das Gespräch ein. Paulus sagte: „Na klar, die gute Nachricht ist auch für Frauen und für Kinder da! Eine Frau aus eurer Stadt ist schon Christin geworden.“ In dieser Nacht ließen sich der Gefängnisvorsteher und alle in seinem Haus taufen. Danach bereitete der Gastgeber eine Mahlzeit für Paulus und Silas vor. Als die Sonne aufging, eilten sie schnell zurück zu Lydias Haus. Jetzt konnten Paulus und Silas ihr erzählen, wie Gott sie bewahrt hatte und wie der Gefängnisvorsteher und sein ganzes Haus in dieser Nacht ihre Sünden bereut und sich Gott zugewandt hatten!

Fragen zum Gespräch

5 Fragen
  1. Wo wurden Paulus und Silas hingebracht?

  2. Was wurde unternommen, damit Gefangene nicht aus ihren Zellen ausbrechen konnten?

  3. Wie war es möglich, dass Paulus und Silas in dieser Nacht voller Freude Lieder im Gefängnis singen konnten?

  4. Wie kamen Paulus und Silas aus dem Gefängnis?

  5. Was passierte mit dem Gefängnisvorsteher und seiner Familie?

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