Paulus geht nach Rom

Paulus geht nach Rom

Apostelgeschichte 21-28

Als Paulus und seine Begleiter in Jerusalem ankamen, waren die Gläubigen der Gemeinde dort froh, sie zu sehen. Paulus erzählte ihnen, was Gott alles bei den Heiden durch seinen Dienst bewirkt hatte und alle lobten Gott für die Kraft, die sein Wort hatte. Doch leider war ihre Freude nur von kurzer Dauer.Denn nach sieben Tagen in Jerusalem ging Paulus in den Tempel, um Gott zu opfern. Einige Juden sahen ihn dort und erkannten ihn als Prediger, der die Lehre von Christus verbreitete. Und von dieser Lehre wollten sie nichts wissen. Sie ergriffen ihn und schrien, dass Paulus überall eine Lehre gegen das jüdische Gesetz verbreite und dass er die Heiden in den Tempel bringe. Die Juden wurden wütend und zogen ihn mit sich aus dem Tempel, um ihn zu töten, denn im Tempel konnten sie es nicht tun. Der große Aufruhr der Juden erregte die Aufmerksamkeit des Befehlshabers der römischen Soldatentruppen, Claudius Lysias. Er kam zur aufgebrachten Menge, entzog ihnen Paulus, ließ ihn fesseln und in die Soldatenkasernen bringen. Auf dem Weg bat Paulus um die Erlaubnis, zu der versammelten Menge sprechen zu dürfen. Er berichtete den Juden, wie er sich dem Herrn Jesus zugewandt und dafür die Vergebung seiner Sünden bekommen hatte. Anfangs hörten ihm die Juden noch aufmerksam zu. Aber als Paulus sagte, dass Gott ihn als Prediger zu den anderen Völkern, also Heiden, geschickt hatte, waren sie hoch empört. Sie schrien, dass Paulus getötet werden sollte. Claudius Lysias merkte, dass die Rede von Paulus die Menschen noch wütender gemacht hatte. Er ließ Paulus in die Kasernen bringen und befahl seinen Männern, Paulus zu schlagen und zu verhören. Paulus sagte dazu: „Ist es denn legal, einen römischen Bürger zu bestrafen, ohne dass er für schuldig befunden wurde?“ Die Römer waren verwirrt. Sie entschieden sich, ihn nicht länger zu befragen, sondern ihn freizulassen. Am nächsten Tag wurde Paulus vor den Sanhedrin, den Hohen Rat der Juden, gebracht. Es entstand ein Streit während des Prozesses. Einige beschuldigten ihn, wohingegen andere nichts Falsches an ihm fanden. Es gab einen großen Aufruhr. Die Juden drängten sich um Paulus, sodass Claudius Lysias Sorge hatte, sie könnten Paulus in Stücke reißen. Deshalb ordnete er an, dass seine Soldaten Paulus wieder in die Kasernen zurückbringen sollten. In der folgenden Nacht erschien der Herr Jesus Paulus. Er sagte zu ihm: „Sei mutig, Paulus! So, wie du in Jerusalem ein Zeugnis für mich warst, so wirst du auch in Rom von mir erzählen.“ Nach langen Verhandlungen und vielen Versuchen, Paulus umzubringen, wurde entschieden, Paulus an den Hof des Herrschers von Rom zu schicken. Damit Paulus ein Zeugnis in Rom sein konnte, musste er nach Rom gehen und dort dem römischen Herrscher höchstpersönlich die gute Nachricht von Jesus bringen. So erfüllte Gott seinen Plan. Also verließ Paulus Cäsarea und segelte nach Rom. Es war eine lange und gefährliche Reise für ihn. Gewöhnlich gab es in dieser Jahreszeit auf dem Mittelmeer heftige Stürme und es war sehr gefährlich, auf einem kleinen, hölzernen Segelschiff das Meer zu überqueren. Paulus warnte die Schiffsmannschaft davor, aber sie hörten nicht auf ihn.Dann, eines Tages, kam ein richtiger Sturm. Haushohe Wellen warfen das Schiff hin und her. Die Mannschaft begann, die Schiffsladung über Bord zu werden, um das Schiff zu retten, bis fast alles weg war. Aber die Situation wurde immer schlimmer. Das Schiff wurde vom Sturm ergriffen und einige Tage lang mitgerissen. Die Menschen gaben jede Hoffnung auf. Doch da versuchte Paulus, gegen den tosenden Wind anzuschreien und er sagte zu der Mannschaft: „Meine Freunde! Verzweifelt nicht! Keiner von euch wird sterben; nur das Schiff wird zerstört werden. Das weiß ich, denn letzte Nacht erschien mir ein Engel von dem Gott, dem ich diene und er sagte zu mir: „Hab keine Angst, Paulus. Du musst zum Prozess vor den Kaiser!“ Habt Mut, meine Freunde! Ich vertraue meinem Gott: es wird genauso passieren, wie er es mir gesagt hat!“Nach vierzehn Tagen sah die Mannschaft zum ersten Mal Land. Aber sie schafften es nicht, ans Ufer zu kommen. Das Schiff lief auf den Grund auf. Der Schiffsbug blieb stecken und der hintere Teil des Schiffes wurde von den Wellen zerschmettert. Aber alle Menschen, die an Bord waren, schafften es, ohne Schaden ans Ufer zu kommen. Und der Herr hatte sein Versprechen gehalten! Keiner war ertrunken oder verletzt. Gottes Plan konnte nun erfüllt und Jesu Name in Rom verherrlicht werden.Durch ein Wunder Gottes konnte Paulus nach Rom kommen. Dort dankte er Gott für die Möglichkeit, dem Herrscher Roms von seinem Glauben an Jesus Christus erzählen zu können. Paulus betrat die Stadt Rom nicht als ein Gefangener, sondern als ein Diener Jesu Christi und als ein Botschafter vom König des Himmels!

Fragen zum Gespräch

4 Fragen
  1. Warum brachte Claudius Lysias Paulus vor den Sanhedrin? Was passierte dort?

  2. Wie stärkte Gott den gefangenen Apostel? Und warum war das so wichtig für Paulus?

  3. Was passierte, als sie über das Mittelmeer segelten?

  4. Warum wollte Gott, dass Paulus nach Rom ging?

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