Die Geschichte vom verlorenen Schaf

Die Geschichte vom verlorenen Schaf

Lukas 15, 3-7

Eines Tages erzählte Jesus den Schriftgelehrten und Pharisäern die folgende Geschichte.„Ein Hirte kümmerte sich immer gut um seine Schafe. Er hatte hundert Schafe und täglich schaute er nach, ob eines von ihnen fehlte. Er war ein guter Hirte. Er liebte seine Tiere und gab sein Bestes, um seine Schafe nach einem langen Tag auf der Weide wieder satt und sicher nach Hause zu bringen. Eines Nachts allerdings bemerkte er beim Zählen, dass nur neunundneunzig Schafe in der Herde waren. Der Hirte zählte zur Sicherheit noch einmal nach – schon wieder nur neunundneunzig! Es fehlte also eines! War es vielleicht von einem Felsen gefallen oder hatte ein Wolf das Schaf getötet? Der Hirte war fest entschlossen, das Schaf zu finden, was auch immer er dafür tun müsste. Er schaute sich nochmal genau seine Schafherde an und fand heraus, dass das kleine Lamm mit dem schwarzen Fleck auf der Nase fehlte. Also verschloss er das Tor zum Stall und ging los, um das Schaf zu suchen.Natürlich fühlte er sich nicht wohl dabei, seine neunundneunzig Schafe alleine zu lassen. Aber er konnte nicht länger warten, weil das verlorene Schaf sich jederzeit in tödlicher Gefahr befinden konnte. Er machte sich Sorgen, und die Angst um das Schaf beschleunigte seine Schritte. Er rannte, so schnell er konnte! Als er zu den Bergen kam, war er schon sehr erschöpft. Aber seine Suche hatte ja gerade erst begonnen. Er hielt von Zeit zu Zeit an, rief laut nach seinem Schaf und hörte genau hin, ob er irgendwo ein Blöken hören konnte. Doch das Einzige, das er hörte, war das Echo seiner eigenen Stimme aus den Bergen. Er hoffte, dass das Schaf keinen Abhang hinabgestürzt war! Der Hirte kletterte von Felsen zu Felsen und rief immer wieder nach seinem Schaf.„Määäh!“ Plötzlich hörte er einen kleinen, schwachen Laut. Sein Herz klopfte laut. Das Lamm war noch am Leben! Er rannte in die Richtung, aus der er das Blöken gehört hatte. Und da war es! Das Tier war in einer schmalen Schlucht gefangen. Es steckte fest und konnte sich nicht bewegen. Der Hirte schaute sich um, ob er einen Weg zu dem Lamm finden könnte. „Es ist etwas gefährlich, aber machbar“, entschied er. Er kletterte hinunter, nahm das Lamm auf seine Schultern und begann wieder hochzuklettern. Wie froh er war! Das Lamm wirkte auch glücklich, dass es endlich gerettet wurde. Es schmieg sich eng an den Hals des Hirten. So wie der Hirte, so sucht auch Gott nach den Menschen, die sich von ihm entfernt haben“, schloss Jesus die Geschichte ab. „Ich sage euch, dass auch mehr Freude im Himmel sein wird über einen Sünder, der um Vergebung bittet, als über die neunundneuzig gerechten Personen, die keine Reue empfinden und nicht um Vergebung bitten.“

Fragen zum Gespräch

3 Fragen
  1. Welche Geschichte erzählte Jesus den Pharisäern?

  2. An was aus der Geschichte erinnerst du dich?

  3. Was ist „um Vergebung bitten“?

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