Jesus geht auf dem Wasser

Jesus geht auf dem Wasser

Markus 6, 45-56

In dieser Nacht segelten die Jünger in einem Boot über den See Genezareth. Jesus war nicht bei ihnen. Er war allein auf dem Berg und betete. Die Jünger ruderten sicherlich schon eine Stunde über den See. Da wurde der Seegang rau, weil ein starker Wind wehte. Das Boot wurde von den Wellen hin und her geworfen und sie mussten es bis nach Kapernaum schaffen. Es wurde immer gefährlicher, aber sie mussten weiter, weil Jesus zu ihnen gesagt hatte, dass sie nach Kapernaum gehen sollten. Er hatte versprochen, sie später dort zu treffen.Die Jünger kämpften, um zum Ufer zu gelangen, aber es gelang ihnen nicht, weil der Wind sie vom Ufer wegtrieb. Der Sturmwind war schrecklich und sie waren zu schwach, um voranzukommen. Plötzlich bemerkten die Jünger ein kleines Licht auf der Wasseroberfläche, das sich dem Boot näherte. Als das Licht näher kam, erkannten sie, dass es ein Mensch war. Einige Jünger schrien auf vor Angst. Eine menschliche Gestalt ging auf dem Wasser! Aber das wardoch unmöglich!War es ein Gespenst? Etwas Übernatürliches? Sie konnten sich nicht erklären, was das gruselige Ding war, das ihnen auf dem Wasser entgegenkam! Jetzt konnten sie den Mann klar sehen (wenn das überhaupt ein Mensch war!). Weil der Wind so stark war und jeden Laut unterdrückte, rief der Mann laut, damit man ihn aus der Entfernung besser hören konnte:„Habt keine Angst! Ich bin es!“ Es war Jesus, ihr Lehrer! Sie erkannten seine Stimme sofort und seufzten auf vor Erleichterung. Sie warteten darauf, dass er näher zum Boot kam. Doch einer von ihnen wollte nicht warten. Petrus war ein ungeduldiger Mensch. Außerdem liebte er Jesus so sehr, dass er ihm am liebsten entgegengelaufen wäre, um der Erste zu sein, der Jesus begrüßte. Aber das war unmöglich, denn wer kann auf dem Wasser gehen und nicht versinken?„Warum eigentlich nicht?“, dachte Petrus. „Wenn Jesus auf dem Wasser gehen kann, kann ich das auch! Natürlich nicht allein. Aber Gott wird mir schon helfen.“ Sobald ihm der Gedanke gekommen war, rief er: „Herr, wenn du es bist, dann sag mir, dass ich auf dem Wasser zu dir kommen soll.“ Jesus antwortete: „Komm!“Petrus stieg über den Bootsrand und stellte seinen Fuß auf die Wasseroberfläche. Und er konnte stehen, als würde fester Boden unter seinen Füßen sein! Er stellte auch seinen anderen Fuß auf das Wasserund begann, auf Jesus zuzugehen.Er ging auf dem Wasser! Er kam immer näher und näher zu Jesus. Auf einmal sah Petrus eine große Welle auf sich zukommen. Wasser und Schaum spritzten ihm ins Gesicht. Das machte ihm Angst. Nun schaute Petrus nicht mehr auf Jesus, weil er von seiner Angst gefangen war. Alles, was er sehen konnte, war die auf ihn zurollende Welle. Würde er es schaffen, auf der Welle zu gehen, wie er es schon bei der glatten Wasseroberfläche in der Nähe des Bootes geschafft hatte? In diesem Moment begann er zu sinken und schrie:„Herr, rette mich!“ Aber Jesus war sofort da. Er streckte seine Hand aus und ergriff den sinkenden Petrus.„Du hast nicht viel Glauben! Warum hast du gezweifelt?“, fragte er.Was Petrus gerettet hat, war nicht sein eigener starker Glaube, sondernJesus, der Sohn Gottes. Währenddessen waren die anderen Jünger mit ihrem Boot zu ihnen gerudert. Erstaunlich, dass genau in dem Moment der Wind sich legte. Das Boot schaukelte sanft auf dem Wasser. Die Jünger waren überwältigt von dem, was gerade passiert war. Sie näherten sich Jesus, verbeugten sich respektvoll vor ihm, als wäre er ein König und sagten: „Jesus, du bist wirklich der Sohn Gottes!“ In dieser Nacht verstanden die Jünger, dass sie alle gestorben wären, hätte Jesus ihnen nicht geholfen.

Fragen zum Gespräch

5 Fragen
  1. Wohin wollten die Jünger in dieser Nacht segeln? Warum war Jesus nicht bei ihnen?

  2. Was passierte auf dem See?

  3. Was erschreckte die Jünger mitten auf dem See?

  4. Wie konnte Jesus auf dem Wasser gehen?

  5. Warum begann Petrus auf einmal zu sinken?

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