
Jesus und seine Familie
Lukas 2, 40-52
Jesus wuchs in Nazareth in Josefs Haus auf. Als er zwölf Jahre alt wurde, nahmen Josef und Maria ihn mit nach Jerusalem, um das Passah-Fest zu feiern. Jedes Jahr feierten die Juden das Passah-Fest und erwarteten freudig die Festtage. Manche von ihnen nahmen längere Tagesreisen auf sich, um nach Jerusalem zu gelangen, wo sie an den Feierlichkeiten im Tempel mit vielen anderen Juden aus verschiedenen Ländern teilnehmen konnten. Dort beteten sie Gott an, der sein Volk liebte und ihm schon oft geholfen hatte. Alle waren aufgeregt – vor allem die Kinder, die in diesem Jahr zwölf Jahre alt wurden. Denn in diesem Jahr durften sie zum ersten Mal an dem Fest teilnehmen.
Dieses Mal nahmen Maria und Josef Jesus mit sich und gingen zusammen mit ihren Nachbarn nach Jerusalem. Was Jesus auf der Reise sah und hörte, war erstaunlich! Sie sahen viele interessante Dinge auf dem Weg nach Jerusalem! Aber der Anblick der Stadt übertraf alle Erwartungen! Der schöne Tempel und die Stimmen von Tausenden von Menschen. Jesus war besonders daran interessiert, wie die Tempelgottesdienste gefeiert wurden. Seine Eltern erklärten ihm ausführlich die Bedeutung der Bräuche und Traditionen.
Es wurde sieben Tage lang gefeiert. Dann wurde es Zeit für die Pilger, wieder nach Hause zurückzukehren. Maria und Josef suchten ihren Sohn, aber sie konnten ihn nicht finden. Sie dachten, er wäre mit den Nachbarn bereits aufgebrochen, da er gewöhnlich mit ihnen zusammen war. Also machten sie sich nicht allzu große Sorgen und setzten die Heimreise fort. Am Abend trafen sie die anderen Pilger aus Nazareth. Wie erschrocken waren seine Eltern, als sie sahen, dass Jesus nicht unter ihnen war! Was sollten sie nun tun?
Sie mussten nach Jerusalem zurückkehren! Sie suchten überall nach ihm und fragten jeden, den sie trafen, ob sie einen zwölfjährigen Jungen gesehen hätten. Viele der Vorübergehenden hatten Jungen in dem Alter gesehen, aber war es derjenige, den sie suchten? Sie hatten keine Ahnung, wo er sein konnte. Josef und Maria waren überaus besorgt. Die Angst stieg in ihnen auf. Schließlich beschlossen sie, in den Tempelhof zu gehen, in dem die Gelehrten gewöhnlich über die Schrift diskutierten. Sie hatten die Hoffnung ihn zu finden schon fast aufgegeben. Was könnte er unter den Gelehrten zu suchen haben? Er würde nicht viel von ihrer Unterhaltung verstehen und sich schnell langweilen. Aber das war überhaupt nicht der Fall: gerade im Tempel fanden sie Jesus. Maria und Josef trauten ihren Augen und Ohren nicht. Jesus stellte den Gesetzeslehrern sehr schwierige Fragen, die sie kaum beantworten konnten. Als dagegen sie ihm Fragen stellten, konnte er ihnen sehr weise Antworten geben. Die Gelehrten schüttelten verwundert ihre Köpfe. Sie wunderten sich sehr über die Weisheit des Jungen. Froh und erleichtert umarmten die Eltern ihren Sohn. Doch dann tadelte Maria ihn: „Wo warst du? Wir haben dich so lange gesucht!“ Jesus antwortete: „Ich war die ganze Zeit hier. Wisst ihr nicht, dass ich im Haus meines himmlischen Vaters sein muss?“
Weder Josef noch Maria verstanden, was er ihnen sagte. Sie nahmen
ihren Sohn und gingen zurück nach Nazareth. Jesus wuchs heran in der Weisheit. Er liebte seine Eltern und gehorchte ihnen während der nächsten 18 Jahre. Maria, seine Mutter, erinnerte sich an seine Worte, die Jesus ihnen sagte, als sie ihn im Tempel fanden. Sie dachte immer wieder über diese Worte nach.
Fragen zum Gespräch
4 FragenWelches Fest feierten die Juden in Jerusalem?
In welchem Alter wurden die Jungen mit zum Tempel genommen, um das Passah-Fest zu feiern?
Was tat Jesus als Maria und Josef ihn nicht finden konnten? Wo war er?
Wie lange lebte Jesus nach dieser Reise zum Tempel in Jerusalem noch gehorsam bei seinen Eltern?