
Die Höhle
1. Samuel 24
Jetzt musste David immer Ausschau nach einem sicheren Ort halten. Überall, wo er hinkam, wurde er sofort erkannt und die Nachricht über ihn verbreitete sich weit und breit. Aber bald sammelten sich immer mehr Soldaten um David.Eines Nachts saßen sie vor einer großen Höhle in den Bergen, in denen sie sich versteckten, und sahen, wie sich eine große Armee näherte. „Das ist Saul“, sagte David. „Er sucht nach mir. Versteckt euch!“ Die Soldaten schlichen schnell in die Höhle, um sich zu verstecken. Eine Wache blieb am Eingang und folgte den anderen nach einer Weile. „Der König selbst kommt“, sagte er aufgeregt. „Das ist deine Chance, David! Du kannst ihn töten! Er ist jetzt alleine und kann sich nicht gegen dich wehren. Dreitausend Soldaten werden sich dann dir unterordnen.“ „Still!“, unterbrach David ihn. Alles wurde still. Im Dunkeln beobachteten sie den Eingang der Höhle. Und sie sahen Saul in seinem königlichen Gewand. „Bleibt hier!“, sagte David leise und schlich vorsichtig nach vorn. Hier verschwand Saul aus seinem Blickfeld hinter einem Felsvorsprung. Als David dorthin kroch, sah er einen Zipfel von Sauls Gewand.David nahm sein scharfes Schwert, schnitt ihn ab und schlichunbemerkt wieder zurück. „Warum hast du Saul nicht getötet?“, fragten die Soldaten flüsternd. „Er ist der Gesalbte des Herrn. Ich werde nicht den töten, den Gott auserwählt hat“, antwortete David.„Aber Gott hat ihn vor langer Zeit verworfen und dich erwählt!“„Das ist wahr“, sagte David. „Der Herr wird dafür sorgen, dass ichzur rechten Zeit an die Macht komme. Deshalb muss ich das nichtselbst in die Hand nehmen.“ Alle schauten zum Eingang. Der König ging aus der Höhle. „Bleibt hier!“, befahl David und folgte ihm. Als er aus der Dunkelheit der Höhle hinaustrat, sah er, dass Saul wieder unter seinen Soldaten war.„Mein Herr und König!“, rief David. Er verbeugte sich, um Saul als König Ehrerbietung zu erweisen. „Warum glaubst du, dass ich dir schaden möchte? Ich hatte gerade die Gelegenheit, dich zu töten.“ David hielt den Zipfel des Königsgewands, den er abgeschnitten hatte, hoch über seinen Kopf. Saul erschrak und sah auf seine Kleider. Tatsächlich war ein Stück abgeschnitten! Saul fing an zu weinen.„Du bist gerechter als ich!“, rief er und seine Stimme zitterte vor Erregung. „Was du getan hast, beweist, dass du es gut mit mir meinst. Doch ich habe das Schlimmste von dir gedacht. Ich weiß, dass du sicher König wirst. Versprich mir, dass du meine Familie nicht töten wirst!“ „Das verspreche ich dir!“, rief David. Saul war von Davids Barmherzigkeit tief bewegt. Er gab seinen Soldaten den Befehl, David nicht mehr zu verfolgen. Die Truppe kehrte um und ging zurück. Und David stand da und beobachtete, wie sie davon marschierten.
Fragen zum Gespräch
3 FragenWo versteckte David sich?
Wie behandelte David Saul?
Warum tötete er Saul nicht?