Jakob im fremden Land

Jakob im fremden Land

1. Mose 29, 30, 31, 1-12

Endlich erreichte Jakob das Land, in dem seine Verwandten lebten. Er fragte einige fremde Hirten, ob sie Laban kannten. „Ja, wir kennen ihn“, antworteten sie. „Siehst du das Mädchen, das da vorne mit den Schafen kommt? Ihr Name ist Rahel und sie ist Labans jüngste Tochter.“So erkannte er, dass er am Ende seiner Reise angekommen war. Nachdem er Gott leise gedankt hatte, half er Rahel, das Wasser aus dem Brunnen für ihre Schafe zu holen. Sie war sehr hübsch, das bemerkte Jakob sofort. Aber er sagte ihr noch nicht, wer er war. „Warum hilfst du mir?“, fragte Rahel. „Vor langer Zeit verließ deine Tante Rebekka diesen Ort, um einen Mann aus dem Land Kanaan zu heiraten“, antwortete Jakob. „Das weiß ich“, sagte Rahel. „Mein Vater hat mir davon erzählt. Aber wer bist du?“„Ich bin Jakob, Rebekkas Sohn.“ „Also bist du mein Cousin!“ Rahel war begeistert. „Willkommen bei uns!“Sobald Laban hörte, dass Jakob gekommen war, eilte er ihm entgegen.„Komm zu mir nach Hause, sei mein Gast!“ Labans ganzes Haus freute sich sehr über Jakobs Besuch. Der Tisch wurde festlich gedeckt, und Jakob musste alles über sein Leben zu Hause erzählen. Er erzählte von seinem blinden Vater Isaak und seiner Mutter Rebekka, der es noch gut ging; von seinem älteren Zwillingsbruder und wie er den Segen seines Vaters bekam.„Erzähl mal“, fragte Laban, „hast du die Erlaubnis deines Vaters für diese Reise?“„Ja, er selbst schickt mich hierher“, antwortete Jakob. „Ich soll mirhier eine Frau suchen.“ Als er das sagte, errötete er und warf Rahel einen vielsagenden Blick zu.Nach einem Monat fragte Laban, was Jakob als Vergütung für seine Arbeit, die er hier tat, erwartete. Darüber hatte Jakob schon nachgedacht. „Du weißt, Laban, wenn ein Mann heiraten möchte, muss er den Brautpreis an den zukünftigen Schwiegervater zahlen. Ich würde gern Rahel heiraten. Wenn ich sieben Jahre lang für dich arbeite, würdest du Rahels Brautpreis als bezahlt betrachten?“ Laban nickte mit einem Lächeln im Gesicht. „Ja, natürlich! Ich würde mich freuen, meine Tochter mit dir zu verheiratenund nicht mit einem anderen.“ Also arbeitete Jakob sieben Jahre lang für Laban. Die Zeit verging und endlich kam der lang ersehnte Tag. Auf der Hochzeit war die Braut vollständig verschleiert, wie es damals üblich war. Erst am Morgen, nachdem die Hochzeit vorbei war, konnte Jakob endlich das Gesicht seiner neuen Frau sehen. Als sie ihren Schleier abnahm, erschrak er: Die Frau, die er geheiratet hatte, war Rahels Schwester Lea, nicht Rahel! Er lief zu Laban. „Was soll das heißen?“, schrie er. „Ich arbeite sieben Jahre, um Rahel zu heiraten, nicht Lea! Du hast mich angelogen!“ „Weißt du, in unserem Land heiratet die jüngere Schwester nie vor der älteren.“Jakob kniete nieder und fing an zu weinen. Erst dann erkannte er, was es heißt, betrogen zu werden. Laban sagte zu Jakob, dass er ihm erlauben würde, Rahel zu heiraten, wenn er nochmal sieben Jahre für ihn arbeitete. Zu der Zeit konnte ein Mann mehr als eine Frau heiraten, deswegen stimmte Jakob zu. Nach einer Woche gab es noch eine Hochzeit, aber dieses Mal ohne jeglichen Schwindel. Jakob heiratete Rahel, die Frau, die er liebte.Und noch einmal arbeitete Jakob für seinen Schwiegervater, sieben Jahre lang. Als die Zeit vorbei war, arbeitete er weiter für Laban. Aber er arbeitete nicht mehr für den Brautpreis. Er erwarb nun selbst zahlreiche Schaf-, Ziegen- und Kuhherden. Seine Herden wurden sogar größer als die von Laban. Außerdem bekam er zwölf Kinder: elf Söhne und eine Tochter. Er war glücklich, dass Gott mit ihm war und ihn weiter segnete. Aber irgendwann bemerkte er, dass Laban und seine Söhne eifersüchtig auf seinen Reichtum wurden. Deshalb sagte Gott zu Jakob, er solle in das Land seines Vaters zurückkehren, zu seiner Familie.

Fragen zum Gespräch

3 Fragen
  1. Wie haben sich Jakob und Rahel kennengelernt?

  2. Wie hat Laban Jakob betrogen?

  3. Warum hat sich das Verhalten von Labans Söhnen gegenüber Jakob verändert?

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